#16 Die Angst vor Fehlern verabschieden

Viele Menschen haben Angst die Angst zu verabschieden, da sie hoffen die schütze sie vor Fehlern. Sie haben Angst bei etwas Freude zu empfinden, weil sie dann vielleicht nicht wachsam oder leichtfertig sind und somit Fehler machen. Doch ist das wirklich so?

schützt die Angst vor Fehlern oder kann sie manchmal nicht sogar zu mehr fehlern führen? In jedem Fall führt sie nicht zu mehr Lebensfreude. Und was, wenn Du Arzt bist und Deine Fehler sehr drastische Konsequenzen haben können?

In diesem Contextuellen Coaching Gespräch mit einem Chirurgen erfährst Du, wie man sogar mit Freude operieren kann:

C: Ich habe häufig Angst vor Fehlern, aber ich glaube, dass ich diese Angst brauche, um gut zu sein.

CC: Das stimmt, Angst erfüllt für dich eine -Funktion.
C: Und ich zweifle, ob es funktioniert für mich, keine Angst mehr zu haben.

CC: Das heißt, du lebst auf dem Standpunkt, dass Angst dich davor schützt, Fehler zu machen. Somit ist Angst für dich sicher, so paradox es klingen mag.

C: Aber es hat mir gleichzeitig nicht gut getan, denn es ist sehr stressig!

CC: Das ist dann der Preis: Angst ist sicher und stressig, hat aber keine hohe Seinsqualität zur Folge.

C: Was könnte mich denn auch wach machen, außer Angst? Da kann ich mir nichts vorstellen, denn bei mir sind es immer Grenzbereiche.

CC: Und wie willst du dich in herausfordernden Situationen fühlen, außer von Angst bestimmt zu sein?

C: Ich möchte mich eigentlich gut fühlen, aber ich schaffe es nie.

CC: Weil du Angst uneigentlich lieber hast. Was für eine Art von gutem Gefühl willst du bei der Herausforderung haben?

C: Ich kann mir nicht vorstellen, mit einem guten Gefühl zu operieren, da ich dann wieder Angst habe, einen Fehler zu machen.

CC: Wenn du Angst eingesetzt hast, was soll dann das Ergebnis bei deinen Patienten sein?

C: Dass sie überlebt haben.

CC: Und wie fühlst du dich, wenn dir das gelungen ist? Was hast du dann für einen Zustand, in dem du dich bewegst?

C: Ich bin glücklich und froh, dass ich diese Aufgabe geschafft habe.

CC: Kannst du dir vorstellen, mit Freude fehlerfrei zu operieren statt mit der Angst, einen Fehler zu machen?

C: Schwer, weil bis heute die meisten überlebt haben, also hat die Angst funktioniert. Die Angst war mein Antrieb.

CC: Was du mit dem Antrieb erschaffst, ist ein getriebenes Leben. Wenn du das nicht mehr willst, müsstest du eine klar definierte Absicht haben, die dich leitet. In Absicht steckt das Wort Sicht, also etwas, was du siehst. Wenn ich jetzt den kleinsten Nenner zugrunde lege, dann ist es deine Absicht, dass der Patient die Operation heil übersteht.

C: Hinzu kommt, dass ich keinen Fehler machen darf, denn das hätte bei mir im schlimmsten Fall eine tödliche Konsequenz.

CC: Bei dir nicht, aber beim Patienten. Dann hast du Angst und Druck. Dass du bislang erfolgreich warst, ist an deiner Stellung abzulesen; somit vertraust du der Angst und dem Druck mehr als dir selbst und deiner Absicht. Hinzu kommt ein zweiter Aspekt: Selbst wenn du die Absicht hast, dass dein Patient überlebt, so hat auch dieser eine Absicht und die kann eine andere sein. Du hast nur Einfluss auf dein Handeln in einer bestimmten Absicht, du hast keinen Einfluss auf die Absicht deiner Patienten.

C: Mit anderen Worten, ich hab’ mein Bestes getan?

CC: Deine Absicht ist dann, immer dein Bestes zu tun, wofür du bis jetzt glaubtest, Angst einsetzen zu müssen, die du aber nicht haben musst. Diese Überzeugung hat zwar funktioniert, aber du hast einen hohen Preis dafür gezahlt. Jetzt ist die Frage, ob du dir vorstellen kannst, in Gelassenheit und mit der Absicht, ich gebe mein Bestes, zu operieren? Dann erübrigt sich die Angst.

C: Ich möchte meine Angst eigentlich nicht absagen.

CC: Das musst du auch nicht, nur die Frage ist, was für eine Art von Seinsqualität möchtest du haben? Du hast selber schon festgestellt, dass der Druck und die Angst kein besonders glückliches Lebensgefühl zur Folge haben. Dein Verstand hat jetzt eine Erfolgsformel, die heißt, wenn ich genug Angst vor Fehlern hatte und die Patienten haben bis heute in der Mehrzahl überlebt, dann wiederhole ich das. Dann wirst du im Laufe der Zeit immer mehr Angst haben. Diese Erfolgsformel ist ein Überlebensmuster und die Frage ist, ob du sie brauchst? Um sie aufzugeben, müsstest du dich fragen, ob du dir gestattest, Fehler machen zu dürfen?

C: Momentan noch nicht.

CC: Du glaubst, wenn du einen Fehler machst und -hattest vorher keine Angst, dann hast du nicht alles gegeben. Das ist wie ein moralischer Anspruch. Du musst -wenigstens Angst gehabt haben; du bezahlst prophylaktisch mit Angst in der Hoffnung auf das erwünschte Ergebnis.

C: Die Frage ist: Ist sie jetzt schädlich oder nicht?

CC: Wie du selbst gesagt hast, beeinträchtigt sie deine Lebensqualität in hohem Maße, somit schadet sie dir. Wenn man sich die geringere Lebenserwartung und erhöhten Alkohol- und Drogenkonsum bei vielen Ärzten anschaut, dann scheint diese Angst für viele schädlich zu sein.

C: Das ist richtig.

CC: Dann ist die Antwort auf deine Frage: Ja, sie ist schädlich, denn auf Dauer frisst sie dich auf. Zudem erschaffst du Misstrauen, wenn du in Angst lebst. Wenn du in der Absicht lebst, immer dein Bestes zu geben, lebst du im Vertrauen. Du vertraust dir selbst, deiner Absicht, deinen Fähigkeiten und auch der Absicht des Patienten. Das ist eine völlig andere Qualität zu leben. Dann hast du den Druck rausgenommen und musst nicht mehr mit Angst bezahlen.

TN: Ja, aber dann muss ich mit Freude operieren.

CC: Das klingt, als wäre das schlimm. Das musst du nicht, aber das könntest du. Du könntest Freude und Inspiration bei der Operation erfahren.

C: Ich freue mich wahrscheinlich auch, aber ich merke es nicht.

CC: Ja, ganz genau, weil die Angst darüber liegt. Und du dachtest bis heute, die Angst sei ein Erfolgsgarant, und das ist ein Irrtum. Bist du bereit für eine neue Erfahrung?

C: Ja, bin ich.

CC: Gut, dann nimm für die nun folgende Übung die Angst, sodass du dich auch emotional von ihr als wachsamem Begleiter verabschieden kannst. Diese Zusammenhänge untersucht und mental verstanden zu haben, ist der erste Schritt und in der Übung folgt der zweite, nämlich dich auch emotional von der Angst zu verabschieden.

C: Vielen Dank!

CC: Dir auch!

Empowerment-Frage für Dich:

• Was befürchtest Du, wenn Du keine Angst mehr hast?

Wir wünschen Dir einen beschwingten Tag!

Transformation now!

Die Contextuellen Experten

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