#2 Entscheidungskraft

“Ich kann mich nicht entscheiden”, ist ein Problem, mit dem Du als Coach immer wieder konfrontiert wirst. Vielleicht ist der Coachee unsicher, für welchen Partner er sich entscheiden oder aber ob er überhaupt eine feste Beziehung eingehen soll. Ob er sich für die neue verantwortungsvollere Stelle bewerben oder sich gar selbstständig machen soll. Ob er in eine andere Stadt umziehen oder gar in ein neues Land gehen soll. All diese Entscheidungsschwierigkeiten gehen oft mit vielen Zweifeln und trübsinnigen Gedanken einher. Im Contextuellen Coaching schauen wir uns zunächst die Fakten, das Was Ist zu dem Problem an. Fakt ist: Ich entscheide mich nicht.

 

Als Contextueller Coach (CC) legst Du Dir eine Wissens-Cloud an, aus der heraus Du Fragen stellst. In dieser Wissens-Cloud hast Du folgende Informationen gespeichert:

 

1. Der Coachee hat sich schon entschieden, sich nicht zu entscheiden. Von dieser nicht
bewusst getroffenen Entscheidung wird er gerade gelebt.

 

2. Er lässt entscheiden, indem er sich nicht bewusst entscheidet. Heißt, er will sich weder verantwortlich fühlen noch für die Konsequenzen seiner Entscheidung verantwortlich sein.

 

Wenn dem so ist, muss er mit dem Entscheiden selbst negative Konsequenzen als auch negative Gefühle und Gedanken verbinden. Diese Verbindung hat er allerdings nicht bewusst hergestellt, insofern nützt es ihm nichts, wenn Du ihm nun sagst, dass er nicht die Konsequenzen tragen will. Er würde es wahrscheinlich abstreiten.

 

1. Warum entscheidet sich der Coachee nicht? (Grund)

Aus dem Wissen Deiner Contextuellen Wissens-Cloud heraus, stellst Du folgende Frage: „Welche Entscheidung haben Sie getroffen und bereuen sie.“ Es gibt eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass er direkt darauf antwortet, wenn er sich entscheiden will. Es gibt eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass er darauf abwehrend reagiert und Dir mitteilt, dass er keine Entscheidung bereut oder dass er sogar ärgerlich wird und Dir unterstellt, dass dem nie so war. Diese Leugnungsstrategien sind völlig normal, da er nun ahnt, dass Du dem Kern seiner Entscheidungsschwierigkeiten auf den Grund gehst. Was dann? Du nutzt seine Aussagen und Gefühle, um seine Verleugnung auszuhebeln. „Was befürchten Sie, wenn sich herausstellt, dass Sie eine Entscheidung bereuen?“„Fühlen Sie sich von meiner Frage unter Druck gesetzt?“ etc. Es gibt hunderte Fragen dazu, die wir nicht alle auflisten können.

 

Nun aber weiter zu unserem Mustercoachee, der Dir die obige Frage beantwortet:

 

Er wird für die Antwort in seine Vergangenheit zurückgehen. Vielleicht bereut er, dass er gleich die erste Frau geheiratet und nie mit anderen zusammen war, oder dass er sie eben nicht geheiratet hat und nie wieder eine solch‘ tolle Frau gefunden hat. Dass er nicht studiert und sich so Möglichkeiten verbaut hat, oder dass er studiert und Zeit vergeudet hat. Dass er immer in derselben Stadt gewohnt und nicht neue kennengelernt oder dass er oft umgezogen ist und keine Wurzeln hat. Es kann auch sein, dass er weiter zurück in die Vergangenheit geht und bereut, dass er entscheiden musste, ob er nach der Trennung seiner Eltern beim Vater oder bei der Mutter leben will. Oder dass er entscheiden sollte, ob er mit seinen Freunden zusammen auf eine Schule geht oder auf diejenige, die für ihn die beste ist. Was immer er entschieden hat, Du weißt nun, dass er damit hadert.

 

2. Wozu entscheidet sich der Coachee nicht? (Absicht)

Hier abstrahierst Du seine Aussagen, denn das ermöglicht Dir ein weites Spektrum an Fragen. Die Abstraktion zu seinen Entscheidungsschwierigkeiten ist: Wer sich entscheidet, verliert. Der Verstand funktioniert binär: Wenn er also nicht mehr verlieren will, darf er sich nicht mehr entscheiden. Diesen Überlebens-mindset unterfüttert er, indem er sich einredet, dass sein Leben besser wäre, hätte er sich damals richtig, also anders entschieden. Er fühlt sich besser, wenn er sich nicht entscheidet, obwohl ihn die Konsequenzen auch belasten. Die Absicht des sich nicht Entscheidens ist, nicht (noch) mehr zu verlieren.

 

3. Mit welchen Gefühlen hat er diesen mindset verankert?

Der nächste Schritt sind die Gefühle. An seinen früheren Entscheidungen hängen viele Gefühle. Vielleicht der Ärger sich überhaupt entscheiden zu müssen. Vielleicht ein Gefühl der Trauer, sich falsch entschieden zu haben. Vielleicht ein Gefühl von Enttäuschung, sich nicht für das Richtige entschieden zu haben, usw. Das ist nun der nächste Schritt als CC: die negativen Gefühle, die an dieser Entscheidung hängen, herauszufinden und grundlegend aufzulösen. Der emotionset hat noch stärkere Auswirkungen auf seine Entscheidungen, als der mindset. Sollte es Dir gelingen, die Gefühle zu den vermeintlich falschen Entscheidungen abzuschwächen oder gar vollständig aufzulösen, nimmst Du ihm die sichere Grundlage des Nicht-Entscheidens und er kann sich neu orientieren.

Nun ist die Frage, wie kannst du sowohl die mentalen als auch emotionalen Verbindungen deines Coachees auflösen, so dass er sich wieder frei entscheidet? Dazu haben wir unterschiedliche contextuelle (Frage)Techniken und Methoden entwickelt, die Du leicht im Coaching Gespräch (CG) anwenden kannst. Diese vermitteln wir Dir in der Coach the Coach Gruppe. So bekommst Du reichlich direkte und indirekte Praxiserfahrungen solche Verbindungen effektiv aufzulösen.

Ein Geschenk für Dich und Deine Kunden.

 

Wir wünschen Dir einen entscheidungsfreudigen Tag! 🙂

 

Transformation now!

Die Contextuellen Experten

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