#6 Erfüllungsstandpunkte mit Liebe vermitteln

Hast Du auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass die Erkenntnisse, gegen die Du Dich am meisten gewehrt hast, am Ende dann doch die befreiensten waren? Dass sie zu zuzulassen zwar schmerzhaft, aber sie endlich aufzugeben erlösend war? Dass Du sie zunächst sogar verteidigt hast?

 

Genauso geht es auch vielen Deiner Coachees. Was Dir dabei hilft, Menschen für ungewohnte, aber befreiende Standpunkte zu gewinnen, ist Dir immer wieder bewusst zu machen: es gibt nicht “die richtigen Standpunkte” UND für neue Ergebnisse und Gefühle musst Du die alten verlassen. Es gibt Standpunkte die Bedingung für ein erfülltes Leben sind, aber jeder hat die Wahl wie er leben will. Ob er tut, was funktioniert oder was er für richtig hält. Für Deine Erfüllung ist die wichtigste Zutat: Empathie! Bedenke, dass an jedem Standpunkt Gefühle, Geschichen, Erfahrungen und manchmal auch Ängste oder die Komfortzone hängt.

 

Was Dir dabei hilft ist, wenn Du selber immer mal Standpunkte gegen die Du Widerstand spürst, unemotional zu untersuchen und einfach mal zum Spaß einzunhemen.

 

Hier haben wir einen für Dich zum Üben:)

Vor einiger Zeit veröffentlichten wir folgenden Beitrag:

 

Wenn die Kinder Nr. 1 sind

ist die Partnerschaft gefährdet,

leidet die Familie.

Der Kern der Familie sind nicht die Kinder.

Der Kern der Familie ist die Partnerschaft.

 

Es gab einen empörten Shitstorm! Die Kinder sind noch klein und natürlich das Wichtigste. Es ist herzlos so zu denken etc.

 

Bereit über diesen Standpunkt ohne Emotionen nachzudenken?

Aus unseren Jugend-Trainings wissen wir, dass die Jugendlichen sich am meisten verunsichert fühlen, wenn die Eltern sich streiten. Das nimmt ihnen die sichere Basis und sie haben große Angst, sich entscheiden zu müssen. Sie lieben beide Eltern. Was, wenn diese sich nicht mehr verstehen? Was, wenn sie sich trennen? So manches Kind hat sich darüber in den Schlaf geweint.

 

Sind die Kinder klein, brauchen sie 24 Std. Aufmerksamkeit. Sogar, dass sie im Bett zwischen dem Paar liegen, trennt dieses nicht, sondern verbindet sie sogar in unbeschreiblicher Liebe zu diesem kleinen Wesen. Im Laufe der Zeit wird die Aufmerksamkeitsspanne weniger. Vielleicht schläft es durch, kann für ein paar Stunden von den Großeltern versorgt werden, geht dann in die Kita, später in die Schule etc. Die tatsächliche Aufmerksamkeit seitens der Frau gegenüber den Kindern wird wahrscheinlich jedoch immer größer sein, als die, die sie dem Partner entgegen bringt. Selbst unter diesen Voraussetzungen bleibt eine erfüllte Partnerschaft der Eltern das Wichtigste für die Kinder, solange diese keine eigene Partnerschaft und Familie haben.

 

Hinweis als Contextueller Coach (CC):

An dieser Stelle wirst Du vielleicht in eine Gender-Diskussion verwickelt werden. Wichtig ist, Dich nicht im Sinne von richtig und falsch darauf einzulassen, sondern zu fragen, ob Genderbedingungen am Besten für eine erfüllte Familie, ein erfülltes Leben funktionieren? Dazu ist es hilfreich und ermächtigend, folgenden Standpunkt einzunehmen: Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist selbstverständlich und nicht verhandelbar; Gleichheit zwischen Frau und Mann ist unerfüllbar (die Frau ist bis auf eine Ausnahme immer die Stärkere) und das ständige Pochen auf die Erfüllung eines etwaigen Gleichheitsdiktates führt nicht zu einer erfüllten Partnerschaft, sondern lediglich zu schleichend steigendem Leiden beider Geschlechter.

 

CoachingGespräch:

Wenn sie wieder mehr Zeit haben, wie planen sie diese?

Ich will einfach nur Zeit für mich.

Was heißt das genau?

Ich will mit meinen Freundinnen ausgehen und mich um meine Fitness kümmern.

Was lässt sie nicht Abende mit ihrem Partner planen?

Leben wir denn im Mittelalter? Der kann sich doch wohl selbst beschäftigen.

Nur dann haben sie immer weniger Gemeinsamkeiten.

Schließlich war ich neun Monate schwanger, musste die Geburt durchstehen und war monatelang ans Haus gebunden, um zu stillen und das Kind zu versorgen. Da kann ich mich doch wohl jetzt um mich kümmern. Er ist alt genug. Außerdem kann er ja Ideen einbringen.

Wenn er einen Abend mit Ihnen plant, würden Sie das dann machen?

Na klar. Aber ich geh nicht in so einen Rambo-Film, ich brauche was fürs Herz. Außerdem hoffe ich, dass es nicht mit Sex endet. (Der Film soll ja das Herz erfreuen, nicht die abgelehnte Intimität.)

Sie hat Recht, wahrscheinlich auch mit dem Sex 🙂 . Sie hat für das Kind wesentlich mehr aufgegeben als ihr Mann und musste nicht nur eine Achterbahn der Gefühle durchlaufen: Was schwer auszuhalten war, dass sich nach der Geburt die Endorphine (Glückshormone) wieder auf ‚normal‘ regulierten, die während der Schwangerschaft für eine euphorische Stimmung sorgten. Sie hat zudem noch mit körperliche Auswirkungen der Geburt zu kämpfen, von Schmerzen durch den Dammschnitt bis hin zum Attraktivitätsverlust durch Gewichtszunahme und körperlicher Veränderungen.

 

Wozu diese Informationen? Du brauchst sie für empathische Unerbittlichkeit oder unerbittliche Empathie. Du fragst aus diesem Wissen heraus:

Wie kann ihr Mann ausgleichen, dass sie wesentlich mehr in ihr Kind investiert hat und auch noch investieren wird als er?

Denn das ist, was sie will. Sie will die Leere füllen und hofft, dass die Kinder oder eine Top Karriere oder verständnisvolle Freundinnen oder der perfekten Körper diese Lücke füllen. Tun sie aber nicht. Sie will sich wieder besser fühlen, so wie vorher, als sie glaubte, noch alles unter Kontrolle zu haben. Als CC kannst Du sie daran erinnern, wie sie sich zu Beginn mit ihrem Mann gefühlt hat und ob es ihre Absicht ist, diese Nähe und Liebe wieder zu erschaffen. Was braucht sie, um dem Ungleichgewicht zwischen Frau und Mann zuzustimmen? Ist sie dazu bereit? Selbst wenn sie ihn unbewusst für den Schuldigen hält, der es besser hat als sie? Für den das Kind nicht so ein großer Einschnitt war und ist? Was will sie als Ausgleich?

 

Auch wenn es sich so anhört, als würdest Du nur auf der Inhaltsebene arbeiten. Tust Du nicht. Denn Du hinterfragst ihren mentalemotionalen Context der Ungleichheit zwischen Frau und Mann und bietest eine Möglichkeit, dass sie diesen wieder ins Gleichgewicht bringt. So muss der Mann nicht mehr hinten anstehen und bestraft werden, was er als Erzeuger des Kindes zwar mit verursacht hat, das er aber im Kern nicht ändern kann, selbst wenn er wollte.

 

Transformation now!

Die Contextuellen Experten

 

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