#7 Wenn der Gesprächspartner wollen soll

Vor einiger Zeit hatten wir folgende Coachinganfrage:

 

Mein Mann und ich wollen das Elektrofachgeschäft meines Vaters übernehmen, welches er schon von seinem Vater übernommen hat und wirtschaftlich sehr gut läuft. Mein Vater wird 70 Jahre und er will nun das Geschäft weitergeben.

 

Sind Sie das einzige Kind?

 

Nein, mein Bruder lebt in USA und hat kein Interesse.

 

Arbeiten Sie schon in der Firma?

 

Ja, seit fünfzehn Jahren.

 

In welcher Position?

 

Ich habe Kauffrau gelernt und arbeite auch als solche in der Firma.

 

Arbeiten Sie Vollzeit?

 

Nein, wir haben zwei Kinder, die ich nachmittags betreue.

 

Wie alt sind Ihre Kinder?

 

Acht und zehn Jahre.

 

Arbeitet ihr Mann auch in der Firma?

 

Er war vor zehn in unserer Firma als Elektromeister angestellt, aber hat sich mit meinem Vater nicht so gut verstanden. Nun arbeitet er in einer anderen Firma.

 

Wenn ihr Vater und ihr Mann sich nicht so gut verstanden haben, will ihr Vater ihn denn jetzt als Nachfolger?

 

Ja, denn er will, dass die Firma in der Familie bleibt. Außerdem bin ich alleinige Gesellschafterin und mein Mann wäre Geschäftsführer.

 

Will ihr Mann Geschäftsführer sein?


Das will er. Es ist auch eine wirklich gut Chance für ihr ihn Karriere zu machen.

 

Will er Karriere machen?

 

Auf jeden Fall. Ich würde ihn auch nach allen Kräften unterstützten. Zumal er seit einiger Zeit Angstzustände hat und ein solcher Aufstieg könnte ihm wieder mehr Selbstbewusstsein geben.

 

Seit wann hat er die Angstzustände?

 

Seit ca. zehn Jahren.

 

Macht er irgendetwas dagegen? Eine Therapie oder nimmt er entsprechende Medikamente?

 

Er würde auf keinen Fall zum Psychologen gehen. Das lehnt er strikt ab. Er will nicht stigmatisiert werden. Aber er nimmt Medikamente.

 

Wer hat sie ihm verschrieben?

 

Sein Hausarzt. Sonst weiß auch keiner, dass er Angstzustände hat. Er sagt immer, er ist schließlich kein Irrer.

 

Also wertet er sich dafür ab, dass er diese Angstzustände hat?

 

Ja, aber das weiß ja keiner.

 

Sagen Sie ihm, wenn er ein Hühnerauge hat, ist er auch kein Huhn. Ca. acht Millionen Menschen leiden in Deutschland an Angstzuständen. Das ist also sehr verbreitet. Diese Ängste machen keinen Aussage über ihn als Menschen. Nur dass er ein Angsthühnerauge hat, welches er behandeln kann. Wenn er aber so tut, als hätte er keins, wird es schlimmer. Sind sie sicher, dass er Geschäftsführer sein will?

 

Ja, auf jeden Fall! Könne Sie mit ihm reden, dass er sieht, welche Möglichkeit sich ihm bietet?

 

Als Contextueller Coach hast Du nun folgen Informationen:

 

1. Es gibt zwei Ebenen zu beachten: Die partnerschaftliche und die geschäftliche Beziehung. Sie vermischt beide.

 

2. Er hat seit zehn Jahren Ängste. Das war zu dem Zeitpunkt als er beim Schwiegervater zu arbeiten angefangen hat. Die Beziehung zum Schwiegervater ist nach wie vor unvollständig.

 

3. Der Schwiegervater vertraut ihm nicht, was man daran erkennen kann, das er zwar GF aber nicht Gesellschafter sein soll.

 

4. Wenn seine Frau Gesellschafter ist und er GF, dann ist er bei seiner Frau angestellt.

 

5. Sie kann ihn nur bedingt untersetzen, da sie nachmittags die Kinder betreut.

 

6. Er war immer angestellt und soll nun als GF die Firmenleitung übernehmen.

Ihr Mann ist in einer sehr stressauslösenden, für ihn scheinbar ausweglosen Situation. Er befürchtet, dass beide Beziehungen gefährdet sind, wenn er die falsche Entscheidung trifft, was noch mehr Angst auslöst.

 

> Wennerablehnt,istzumeinendiePartnerschaftinGefahr,dasiees unbedingt für ihn will. Zum anderen steht er beim Schwiegervater als Schwächling da.

 

-> Wenn er annimmt, muss er beweisen, dass er erfolgreich das Unternehmen führen kann. Sollte er scheitert, ist seine Partnerschaft in Gefahr und sie haben finanzielle Probleme, was wiederum seine Ängste befeuert.

 

Sie meint es gut, da sie glaubt, sie könne ihn durch die Position des GF stärken und sie lässt ihm keine Wahl.
Deshalb stellst Du als Contextueller Coach folgende Frage:

 

Haben sie Ihren Mann gefragt, ober er selbständiger Unternehmer sein will?

 

Was Du machst, wenn die Antwort nein oder aber uneindeutig ist, besprechen wir in unserer Coach the Coach Gruppe. Denn dann hast Du einen ganz anderen Auftrag, als wenn er sagt, dass er Unternehmer sein und es lernen will.

 

Wir wünschen Dir einen erkentnissreichen und erfolgreichen Tag!

 

Transformation now!

Die Contextuellen Experten

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