#9 Verstrickungen auflösen für mehr Erfolg

Heute stellen wir ein Coachinggespräch dar mit den drei Anfangsfragen, die Dir schon wertvolle Hinweise geben.

 

Frage: Wozu habe ich keine Zeit den Kredit zu beantragen?

Absicht: Kosten reduzieren und finanzielle Hilfen beantragen

Ergebnis: Abgabe der Formulare heute Abend 20 Uhr
Karl, 49 J., seit 4 J. in PS., 16-jährige Stieftochter, verschiedene Einnahmequellen, keinen Überblick über Umsätze. Braucht Kredit, um Wohnungsrenovierung zu zahlen.

 

Coaching Gespräch:

 

C: Warum beantragst Du den Kredit nicht?

 

Ich hatte einfach keine Zeit.

 

C: Du wolltest ihn schon vor drei Monaten beantragen. Gab es seitdem keine Zeit?

 

Nicht wirklich. Die Renovierung allein ist schon sehr zeitaufwändig.

C: Man hat immer Zeit für die Dinge, die einem wichtig sind.

 

 

Habe ich auch. Die Renovierung ist wichtig. Sie muss vorm Winter fertig sein.

 

C: Hast Du denn selbst renoviert?

Nein, ich habe die Handwerker beaufsichtigt.

C: Könnte Deine Freundin das nicht machen?

 

 

Sie mag das nicht. Zu viel Stress.

 

C: Es ist alles eine Frage der Motivation. Wenn Du motiviert bist, findest Du die Zeit.
Ich habe etliche Unternehmungen, um Geld zu verdienen. Da muss ich mich auch drum kümmern. Werfen die denn nicht genug Geld ab, um die Renovierung zu bezahlen?

 

Im Moment nicht. Zumal die Renovierung eher ihre Idee war.

 

C: Musst Du denn tun, was sie will?

 

Zusammenfassung: Diese Coachinggespräch ist ausschließlich auf der Inhaltsebene. Der Coach sieht auch eine Zusammenhang zwischen Zeit und Beantragung des Kredites und will ihm nun verdeutlichen, dass es eine Frage der Prioritäten ist, wofür er sich Zeit nimmt. Das wird unweigerlich zu einer Rechfertigungsdiskussion führen, da er immer wieder neue Argumente finden wird, warum er dafür keine Zeit hat. Auch die Motivationsfrage kann der Coach leicht mit Zeitbegründungen aushebeln. Selbst eine To-Do-Liste wird nicht erfolgreich sein. da er den Kern nicht herausgefunden hat, warum er den Kredit nicht beantragen will.

 

Vorausschau:

Dieses folgende Coachinggespräch wurde von einem contextuellen Coach in Ausbildung geführt. Er beachtet die contextuelle Ebene, kann diese jedoch nicht auflösen, weil er zu wenig inhaltliche Fragen stellt, deren Antworten er bei contextuellen Auflösung braucht. Das ist eine ganz normaler Verlauf in der Ausbildung zum CC. Um einige Aspekte zu verdeutlichen, haben wir direkt in das Gespräch unsere Kommentare eingefügt. Viel Erkenntnisfreude beim Lesen!

 

CC: Warum kein Geld generieren, um die Rechnung zu bezahlen?

Die Frage wurde nicht beantwortet.

 

CC: Was wir bisher noch nicht angeschaut haben: Gibt es in deinem Umfeld noch Menschen, die es nicht verdient haben, wenn du richtig „abgehen“ würdest?
Ich habe früher fast alles gehabt. Obwohl mein Vater nicht viel verdient hat. Meine Mutter hat fast alles bezahlt. Sie hat gearbeitet. Wir haben kaum Zeit zusammen verbracht. Meine Mutter hat immer gearbeitet und war danach bei ihren Eltern. Mein Vater war abends beim Sport. Bezugsperson waren mehr meine Großeltern, bis sie gestorben sind.

Die Frage danach, ob Menschen sein Geld nicht verdient haben ist sehr gut, da der Coach damit die Absicht herausfindet, warum er das Geld für die Renovierung nicht generiert. Ungünstig ist die Abstraktion: „finanziell richtig abgehen“. Davon ist der Coachee weit entfernt.

 

CC: Was meinst du mit „fast“ alles gehabt?
Die Nähe und dass wir unser eigenes Leben gehabt hätten, das hat gefehlt. Also quasi im Hause nebenan bei meinen Großeltern aufzuwachsen und kein eigenes Familienleben zu haben. Meine Mutter war immer abends bei meinen Großeltern und mein Vater hat sich ausgeruht oder war beim Sport. Es hat oft Streit gegeben, bis mein Vater ausgezogen ist. Da war ich 16 Jahre alt. Ich musste dann Arbeiten übernehmen, die eigentlich der Vater hätte machen sollen. Wenn ich das nicht getan habe, gab es Schläge.

 

Wenn der Coachee Dir seine Geschichte erzählt, achte darauf, ob das Bild vollständig ist. Hier gibt es einige Fragen:
– War er abends auch bei der Mutter und den Großeltern?
– War das für ihn kein Familienleben?

– War der Vater jeden Abend beim Sport?
Hast Du nun das Bild von einem Tennis spielendem Macho, dem seine Familie egalist?
Der sich nur um seine Interessen kümmert?
– Welchen Sport hat der Vater gemacht?

 

Diese Frage hätte Dir wichtige Informationen gegeben. Der Vater war kriegsversehrt und musste drei Mal die Woche zur Reha. Das erklärt auch, warum die Mutter voll berufstätig war. Der Vater bekam nur eine kleine Rente und sie war die Hauptverdienerin. Damit hatten die Großeltern die Aufgabe sich um den Sohn zu kümmern, da der Vater damit überfordert war.

 

Schlussfolgerungen, die der Coachee gezogen haben könnte und die Du überprüfen müsstest:
– Der Mann verliert in einer Partnerschaft.
– Frauen bestimmen über die Männer.

– Männer sind die Verlierer. Frauen die Sieger.
Beides lehnt er ab. Als Sohn will er nicht wie der Vater zum Verlierer werden, aber auch kein rücksichtsloser Sieger. Ist das der Grund, dass er sich nun in der Partnerschaft verweigert und den Kredit nicht beantragt. Soll seine Freundin auch nicht bekommen, was sie will? Soll sie auch zur Verliererin mit ihm werden, indem sie nun große finanzielle Probleme bekommen?

 

Wir hoffen Du konntest aus diesem Gespräch auch wieder viele Erkentnisse für Dich und Deine Coaching Gespräche ziehen! Wenn Du Themen hast die Dich interessieren, schicke gerne eine E-Mail an mail@annacraemer.com.

 

Wir wünschen Dir einen erfolgreichen Tag!

 

Transformation now!

Die Contextuellen Experten

 

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